Der Preis geht nach Asien

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Israel gewinnt wieder einmal das Eurovision Song Contest. Der 1. Platz geht damit zum wiederholten mal in ein Nichteuropäisches Land. Israel scheint sich dem europäischen Kontinent sehr verbunden zu fühlen, sowie die Türkei und andere außereuropäische Länder auch. Zypern gehört bereits als asiatischer Staat zur EU. Die Türkei steht in Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union, die derzeit eingefroren sind.

Wie realistisch ist ein Beitritt Israels zur EU?
Der damalige Außenminister Benjamin Netanjahu wollte bereits 2002 sein Land in die EU führen. „Manche wollen die EU zu Tode erweitern“, hieß es dazu fast schon sarkastisch in Brüssel.
Eine Aufnahme Israels in die EU könne ernsthaft erst dann in Betracht kommen, wenn der Nahost-Konflikt gelöst ist, so die ersten Stellungnahmen der Kommission.

Tatsächlich würde eine Südosterweiterung den Nahostkonflikt in die EU tragen. Die Außengrenzen der EU wären an den Golanhöhen zu Bürgerkriegsstaat Syrien hin und zu seiner Schutzmacht Iran. Ähnliches würde für eine Vollmitgliedschaft der Türkei gelten.
Die USA mit ihrem derzeitig unberechenbaren Präsidenten würde wahrscheinlich „Europe first“ sagen, also „Es geht uns nichts an“, wenn Raketen über den Golan fliegen und Israel bedroht ist. Das umgrenzte Areal des Gaza-Streifens wäre für ganz Europa offen und Gaza würde von der EU Hilfsgelder erhalten. Brüssel müsste sich mit dem Palästina-Konflikt und der Hamas und Fatah auseinandersetzen sowie deren Bestreben nach Eigenstaatlichkeit, in Zeiten wo wir Europäer mit Abspaltungstendenzen in Spanien und Großbritannien zu kämpfen haben.

Kurzum: Eine Lösung des Nahost-Konflikts würde die labile EU nicht schaffen und eine Aufnahme Israels ist weder möglich, noch zu erwarten. Und eine Erweiterung durch die Aufnahme der Türkei bis an die Grenzen Syrien und des Irans ist in weiter Sicht und aus heutiger Sicht eine Vision.
Jeder EU-Erweiterung sollten gründliche Überlegungen vorausgehen. In Jean- Claude Junckers Leitlinien heißt es, die Union und ihre Bürgerinnen und Bürger müssten „den Beitritt von 13 Staaten in den letzten zehn Jahren erst einmal verdauen“
Und so feiern wir in einem Jahr in Asien und im arabischen Raum den Europäischen Gesangswettbewerb ESC.

  • Achim
      AchimAdministrator

      Achim Biebricher
      Berlin| Potsdam| Taunusstein

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