Hochbockige und Niederflurige

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Seit Jahren frage ich mich, warum es einen weltweiten Trend gibt, dass Straßenbahnen fast nur noch niederflurig gebaut werden und Stadtbahnen – auch U-Bahn genannt, oder Light Train – hochflurig betreiben werden.

Das System ist oft das gleiche, jedenfalls bei oberleitig geführter Stromschiene.

Sicher hat ein bündiger und barrierfreier Einstieg Vorteile für ältere und behinderte Menschen. Aber wäre es nicht sinnvoller gewesen die Bahnsteige aufzupflastern? Nun gut, eine Straßenbahn hält nicht immer am Bahnsteig, sondern manchmal mitten auf der Straße.

Berlin- AlexanderplatzFlexity Berlin am Alexanderplatz |  Fotoquelle: https://www.flickr.com/photos/fototak/

Stadtbahn Jerusalem (Light Train) in der Jaffastreet
Stadtbahn Jerusalem (Light Train) in der Jaffastreet

In Berlin, vielmehr Strausberg,  gibt es ein Beispiel, die alten Tatras, in die man durch Stufen gelangt,  so umzubauen, dass der Mittelteil niederflurig ist, und der Rest bleibt hochflurig.

Straßenbahn StraußbergHochfluriger Tatra KT8D5, Strausberg bei Berlin, Fotoquelle: Siehe Bildrand

Das finde ich gut, denn übrigens sind auch niederflurige Stadtbusse zumeist Mischsysteme, weil der Durchgang nach dem Mittelanstieg nach hinten hin ansteigt und der letzte Austieg oft über eine Treppe erfolgt, oder der Flur durch eine nicht unbeträchtliche Stufe abgesetzt ist.

Regional- oder Fernzüge sind auch nicht niederflurig, siehe die Stufen beim ICE, die ich mühsam mit Gepäck und Stützen runter- oder hoch muss. Bei den doppelstockzügen Zügen (Dostos) der deutschen Bahn fällt man praktisch runter und hinein, denn von den hohen Bahnsteigen geht es abwärts.

RE am Potsdamer Platz
RE am Potsdamer Platz | Fotoquelle: https://www.flickr.com/photos/ingolfbln/

In vielen Städten, wie in Köln und Karlsuhe existieren beide Zugvarianten im Verbund. Das führt dann zur Kuriosität, das unterirdisch geführte Straßenbahnen am niedrigen Bahnsteig hinten halten und Stadtbahnen vorne halten. Es gibt also einen Versatz, quer durch den langen Bahnsteig, zwischen 18 cm, 38 cm und 76 cm, gar 96 cm Höhe der Zugangsplattform zum Gleis. Manchmal wird auch nur aufgeschottert, um einen barrierefreien Einstieg in die Niederflurbahn zu ermöglichen.

Es gibt einen Trend Straßenbahnstrecken in Stadtbahnstrecken umzuwandeln, aber auch die werden aus Kostengründen zumehmend niederflurig betrieben, wie jetzt in Düsseldorf eine neu U-Bahnstrecke.

Bezüglich der Kompatibilität, Stichwort Variobahn, wäre es besser an einem einheitlichen System zu arbeiten: die mittelflurige Bahn, denn die ermöglicht den ebenen einstieg und eine angemehme Sitzpostionen nach vorne und die sich nicht nur nach den Auswuchtungen der Fahrwerksgestelle orientiert.

Albtalbahn in KarlsruheAlbtalbahn in Karlsruhe |  Fotoquelle: https://www.flickr.com/photos/lcpitkan/

  • Achim
      AchimAdministrator

      Achim Biebricher
      Berlin| Potsdam| Taunusstein

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